FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Editorial

LIEBES PUBLIKUM,

ABSACKER

Wo hört der Genuss auf – und wo fängt die Sucht an?

Ein besonderes Nachgespräch zum Thema Alkoholismus am 13.03. nach den Vorstellungen von
PARADIES
&
FLASCHE LEER.

Die Projekte und Premieren der kommenden Monate führen unser Publikum, die Figuren unserer Stücke und uns selbst auf neue Gleise, auf bisher unbekannte Pfade, auf abenteuerliche Reisen ganz unterschiedlicher Art. Wir unternehmen etwas.

Wir machen Ausflüge in Räumlichkeiten dieser Stadt, lassen den öffentlichen Raum zur Bühne werden für thematische Auseinandersetzungen der besonderen Art:

In der Kunsthalle Tübingen platzieren wir mit NIPPLEJESUS von Nick Hornby den Diskurs über Wahrnehmungsmuster, Sehgewohnheiten, gesellschaftliche Wirkung von Kunst am richtigen Ort.

Die Bewegung rund um die Jahreszahl 68, ihre Ausformulierung hier in Tübingen, ihre Nachwirkungen auf unseren heutigen Umgang mit Autoritäten und die Frage nach der Notwendigkeit neuer Formen des Widerstandes stehen im Mittelpunkt des Stadtprojektes "68", das Clemens Bechtel in der Universität Tübingen inszeniert, der bereits für die theatrale Eroberung des Landratsamtes Tübingen 2006 verantwortlich zeichnete.

Mit RUM UND WODKA macht Martin Maria Eschenbach eine Theatertour durch die Tübinger Szenekneipen.

Wir reisen in die Welt. „Druschba“, unser Theateraustausch mit Russland, trägt neue Früchte: Nach der erfolgreichen Inszenierung AM STADTRAND von Sergeij Pronin, dem künstlerischen Leiter des Nationaltheaters Karelien, hat unser Hausregisseur Ralf Siebelt mit dem Ensemble aus Petrozavodsk jetzt KABALE UND LIEBE inszeniert. Beide Arbeiten machen sich nun auf den Weg. Das Nationaltheater Karelien wird mit Schillers Intrigenspiel vom 26.–28.03. bei uns in Tübingen zu Gast sein und unser Ensemble reist mit Vampilovs Komödie in den russischen Norden.

Neuland betreten wir auch mit dem musikalischen Abend MEI MUTTER MAG MI NET, den Silvia Pfändner und Thomas Maos erarbeiten. Dass sich der Experimentalmusiker und die junge Schauspielerin ausgerechnet mit Volksliedern beschäftigen, lässt einen eigenwilligen Abend erwarten. Und auch der Spielort ist ungewöhnlich, denn die beiden Akteure laden auf die Bühne des LTT jenseits des eisernen Vorhangs ein.

Nicht zuletzt begeben sich die Figuren unserer Stücke auf die Reise. Die 41-jährige Harper probt in Simon Stephens Stück HARPER REGAN den Ausbruch aus ihren beruflichen und privaten Zusammenhängen, der sie auf emotionale Achterbahnen und neue Erkenntniswege führt, in SAFFRAN UND KRUMP machen sich ein Filouse und ein Waldschrattel auf den schwierigen Weg aufeinander zu, TÜRKISCH GOLD begibt sich ins komplizierte Dickicht der Beziehungen über Glaubens-, Landes- und Kulturgrenzen hinweg.

Mit einer erneuten Kooperation zwischen der Reutlinger Philharmonie und dem LTT in Form des Kinderkonzertes BABAR DER ELEFANT UND ALI UND DER ZAUBERKRUG versuchen wir Kindern den Weg in die Welt der Musik zu ebnen.

Immer wieder frisch, neu, anders sich dem Theater und seinen Möglichkeiten zu stellen, Neuland in Formen des Spiels, des Ausdrucks, des Miteinanders auf der Bühne zu betreten ist der Antrieb der Mitwirkenden der Theaterpädagogischen Tage.

Machen Sie sich mit uns auf den Weg zu Inhalten, Themen, Menschen.

Machen Sie sich auf den Weg zu ihrem Theater. Es ist sehr nah.

Simone Sterr


© Landestheater Tübingen