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Uraufführung
27. Februar 2009

Heiner Kondschak

Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte

Musiktheater nach Luis Sepúlveda

für Zuschauer ab 7


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2. März 2009
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Reutlinger Nachrichten

2. März 2009
Schwäbisches Tagblatt


"Zur Sache, Zorbas": Ein cooler Kater als Möwen-Mutter
Heiner Kondschaks Musiktheaterstück erweist sich als quirlige Show voller Gags, Ideen und Anspielungen

Heiner Kondschak hat für sein neustes Musiktheaterstück, das auf der Grundlage von Luis Sepúlvedas Kinderbuch beruht, nach bewährtem Muster eine Theaterband zusammengetrommelt und sich jede Menge Songs im typischen Kondschak-Sound ausgedacht, welche die Handlung musikalisch, akustisch und atmosphärisch nach vorne treiben. Regisseur Jochen Fölster hat daraus eine quirlige Zwei-Stunden-Show voller Gags, Ideen und Anspielungen inszeniert, die weder banal noch albern daherkommen, so dass es auch älteren Zuschauern nicht langweilig wird. Die Schauspieler bieten dabei eine eher "sa-tier-isch" überzogene als zoologische korrekte Katzen- und Rattenperformance: Rupert Hausner muss als dicker, cooler und schwarzer Supercheckerkater mit Hamburger Slang angesichts des kleinen Kükens notgedrungen die Muttergefühle in sich entdecken - nicht zuletzt weil ihm Marie-Louise Guttecks Möwenbaby ein konradlorenzmäßiges "Maaaami!" entgegen kreischt, als es den Kopf aus dem Ei steckt. Das süße Küken mit Fell hat ständig Hunger - und es geht ums Fressen oder Gefressen werden.
Um seiner ungewohnten Mutterrolle gerecht zu werden, ist Zorbas auf die Hilfe seiner Hafenkumpels angewiesen: Da ist zum einen die alte Katze "Sekretaria" von Chrysi Taoussanis, die mit ihrem griechischen Akzent für allseits gute Laune sorgt. Vernunft und Nächstenliebe heißen ihre Tugenden.
Wenn man mit bloßer Katzenvernunft nicht mehr weiter kommt, geht man zu Kater Schlaumeier: Christian Beppo Peters hat als Bademantelhippie immer ein Lexikon parat, das wie im richtigen Leben nicht weiter hilft. Hein Reling (Claudio Schulz Keune) wiederum geht als kölscher Matrosenkater seine Probleme mit stolzbehaarter Brust an. Die Katzen müssen sich nicht nur mit den einäugigen, stotternden, quiekenden und total fiesen Ratten herumschlagen, sondern auch mit den Identitätsfindungsproblemen der kleinen Möwe, die sich unter den ganzen Katzen irgendwie so anders vorkommt. Da hilft nur noch Fliegen lernen, was dem Musical zu weiteren magisch-poetischen Momenten verhilft. Und das deshalb bei der Premiere auch euphorisch bejubelt wird.

Reutlinger Nachrichten, 2. März 2009


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